Newsletter Juni 2026 – Microsoft Planner & Agent

Es ist wieder so weit, der Juni ist vorbei. Der Mittsommer liegt hinter uns, die Tage werden ganz offiziell wieder kürzer und gleichzeitig sind wir mitten im Sommer angekommen. Aber nicht nur im Kalender hat sich etwas getan – auch bei Microsoft gab es wieder Bewegung rund um Microsoft Planner und den Planner Agent. Wie gewohnt schauen wir uns die neuesten Updates einmal genauer an. Neben den aktuellen Tech-News bekommst du auch wieder einen kurzen Überblick über meine Aktivitäten in der Community. Ich würde sagen: Wir starten direkt rein.

Inhaltsverzeichnis

Microsoft Planner & Project Agents (News & Updates)

Beginnen wir mit dem ersten großen Update. Der Microsoft Planner Agent verlässt das Frontier-Programm und steht nun allen Nutzern zur Verfügung, die eine Copilot-Lizenz haben und Microsoft Planner über ihre Office- beziehungsweise Microsoft 365-Lizenz nutzen können. Das Feature wurde auf der Roadmap mit der ID 560532 und im Nachrichten-Center unter der ID MC1387810 gelistet. Microsoft hat mit der Einführung aber direkt zwei neue Funktionen ergänzt. Du kannst im oberen Bereich den gewünschten Plan auswählen und deine Abfragen über den Prompt direkt auf diesen Plan beziehen. Außerdem wurden im unteren Bereich neue Schnellfunktionen hinzugefügt. Darüber kannst du Beispiele nutzen, direkt auf deine letzten Prompts zugreifen oder gespeicherte Prompts verwenden. Leider ist es wie bei vielen neuen Features so, dass der Agent nach wie vor nur auf Standardpläne zugreifen kann. Ich weiß, dass diese Erkenntnis bei vielen von euch da draußen etwas frustrierend ist. Aber hoffen wir mal, dass Microsoft hier noch eine akzeptable Lösung liefert.

Microsoft Planner Agent Oberfläche im Dunkelmodus mit linker Navigation und hervorgehobener Auswahl „Planner Agent“ sowie Optionen zum Priorisieren von Aufgaben und Erstellen neuer Aufgaben.

Jetzt kommen wir zu einer sehr interessanten Änderung in Microsoft Planner. Bisher war es so, dass das Startdatum einer Aufgabe immer vor dem Fälligkeitsdatum liegen musste oder zumindest am selben Tag. Wenn du eines der beiden Daten geändert hast, hat Planner das andere Datum teilweise automatisch mit angepasst, damit diese Reihenfolge eingehalten wird. Genau dieses Verhalten ändert Microsoft jetzt. Mit der Ankündigung MC1392567 „Start- und Fälligkeitsdatum sind nicht mehr fest miteinander verknüpft“ wird diese Einschränkung entfernt. Zukünftig kannst du Start- und Fälligkeitsdatum unabhängig voneinander setzen. Ein Startdatum kann also auch nach dem Fälligkeitsdatum liegen oder ein Fälligkeitsdatum vor dem Startdatum. Planner passt das jeweils andere Datum dann nicht mehr automatisch an. Das betrifft Planner in Teams und Planner im Web. Der Rollout soll Mitte Juli 2026 beginnen und bis Mitte Oktober 2026 abgeschlossen sein. Ob das Feature in der Praxis wirklich einen großen Mehrwert bringt, bleibt meiner Meinung nach abzuwarten. Persönlich erinnert mich das ein wenig an die Einführung des manuellen Planungsmodus in Project Online. Ich hoffe nur, dass es bei Planner nicht ganz so chaotisch wird wie damals bei der Einführung in Project Online.

Kommen wir zur nächsten Ankündigung. Microsoft wird eine Möglichkeit bereitstellen, bestehende Planner-Pläne mit Teams-Meetings zu verknüpfen. Was bedeutet das für dich? Wenn du aktuell den Facilitator in einem Meeting nutzt, wird automatisch ein sitzungsbezogener Planner-Plan erstellt. Das kann schnell unübersichtlich werden, wenn Aufgaben zu derselben Initiative über mehrere automatisch erstellte Pläne verteilt sind. Genau hier setzt Microsoft jetzt an. Zukünftig kannst du ein Teams-Meeting mit einem bereits bestehenden Planner-Plan verbinden. Die Aufgaben aus dem Meeting landen dann direkt in diesem ausgewählten Plan. Wenn kein Plan ausgewählt wird, erstellt Teams wie bisher weiterhin einen neuen Planner-Plan. Angekündigt ist das Feature auf der Microsoft 365 Roadmap mit der ID 561490 und im Nachrichten-Center unter MC1392571. Der Rollout für Targeted Release soll Anfang Juli 2026 starten und bis Ende Juli 2026 abgeschlossen sein. Die allgemeine Verfügbarkeit soll Ende Juli 2026 beginnen und bis Ende August 2026 abgeschlossen sein. Aus meiner Sicht ist das eine sinnvolle Verbesserung, gerade für wiederkehrende Projektmeetings oder längere Initiativen, bei denen Aufgaben nicht mehr über verschiedene Meeting-Pläne verteilt werden sollen.

Am 23.06.2026 hat Microsoft den Planner MCP Server veröffentlicht. Falls du mit dem Begriff noch nichts anfangen kannst: MCP steht für Model Context Protocol. Vereinfacht gesagt ist ein MCP-Server eine standardisierte Schnittstelle, über die KI-Agenten sicher auf bestimmte Systeme, Daten und Funktionen zugreifen können. Im Fall von Microsoft Planner bedeutet das: Ein Agent kann nicht nur Fragen zu Aufgaben, Plänen oder Zuständigkeiten beantworten, sondern auch aktiv mit Planner arbeiten.

Der Planner MCP Server kann zum Beispiel dabei unterstützen, neue Pläne und Aufgaben zu erstellen, bestehende Aufgaben zu aktualisieren, Statusinformationen auszuwerten oder einen Überblick über offene Punkte, Risiken und Verantwortlichkeiten zu geben. Besonders spannend wird das, wenn der Agent Informationen aus Microsoft 365 zusammenführt – also beispielsweise aus Planner, Microsoft Teams, Outlook, Besprechungen oder Dokumenten. Dadurch lassen sich Aufgaben und Arbeitsstände besser über verschiedene Tools hinweg koordinieren.

Wichtig ist dabei: Die Aktionen laufen im Kontext des angemeldeten Benutzers. Berechtigungen, Richtlinien und der Entra-ID-Kontext greifen also weiterhin. Der Agent sieht und bearbeitet nur das, wofür der jeweilige Benutzer auch berechtigt ist. Für Unternehmen kann das eine interessante Grundlage sein, um wiederkehrende Abläufe wie Statusberichte, Aufgabenübersichten, Follow-ups oder automatisierte Planaktualisierungen stärker zu unterstützen.

Auf den ersten Blick hört sich dieses neue Feature wirklich sehr gut an. Der üble Nachgeschmack ist allerdings, dass das Ganze über Work IQ läuft und damit schnell kostenintensiv werden kann. Microsoft nennt hier beispielhafte Verbrauchsszenarien: Eine einfache Abfrage wie „Identifizieren Sie Aufgaben oder Aktionspunkte, die mir mein Manager zugewiesen hat, und stellen Sie sie in eine Checkliste zusammen“ kann bereits ungefähr 0,20 $ bis 0,40 $ pro Aufruf kosten. Eine deutlich komplexere Abfrage wie „Sie sind Geschäftspartner und PR-sensibler Redakteur. Ihre Aufgabe ist es, Level-1- und Level-2-Zusammenfassungen aus unserer neuesten Roadmap-Executive Review zu erstellen und die neuesten Meetings, Dokumente sowie das, was unserem CMO am Herzen steht, zu verwenden“ kann laut Beispiel sogar zwischen 0,50 $ und 1,50 $ pro Aufruf liegen.

Damit wird schnell klar: Der Planner MCP Server kann fachlich sehr spannend sein, aber Unternehmen sollten die Kosten im Blick behalten und sehr genau prüfen, welche Szenarien wirklich einen Mehrwert liefern. Ebenfalls wichtig: Das Feature kann nach aktuellem Stand nur für Basispläne genutzt werden. Premiumpläne bleiben hier – wie leider so oft – außen vor.

YouTube (torbla74)

Im Mai war es rund um Microsoft Planner und die Project Agents eher ruhig. Neue Features gab es praktisch nicht, dafür aber eine wichtige Bestätigung aus dem Message Center: Das bereits angekündigte Feature „Planner ist jetzt in Outlook und Microsoft 365 Copilot verfügbar“ wurde aktuell pausiert. Damit es aber nicht ganz langweilig wurde, haben wir im Video einen genaueren Blick auf die Roadmap geworfen. Was wurde verschoben, was hing noch in der Luft und welche Themen hatte Microsoft zumindest angekündigt? Dazu kamen ein paar Bugs und praktische Auffälligkeiten, die im Alltag mit Planner zu diesem Zeitpunkt noch genervt haben.

Podcast (Proiectum – Projektmanagement)

Auch im Juni gab es wieder zwei Podcast-Folgen. In der ersten Folge ging es noch nachträglich um die aktuellen Features aus dem Juni, ähnlich wie auch im Webcast. An der Stelle möchte ich mich kurz entschuldigen, dass die Folge im letzten Monat sehr spät veröffentlicht wurde. Leider gab es im Juni einige Ereignisse, die für eine kleine Verzögerung gesorgt haben. Zu diesem Anlass werde ich mich aber noch einmal gesondert äußern.

In meiner letzten Podcast-Folge ging es dann um den Planner Agent. Wir haben uns angeschaut, welche Agents es aktuell gibt, wie sie funktionieren, welche Einschränkungen es noch gibt und wohin die Reise vielleicht gehen könnte. Gerade beim Thema Planner Agent passiert aktuell einiges, aber es gibt eben auch noch ein paar Punkte, bei denen Microsoft aus meiner Sicht nachlegen muss.